Stellungnahme Maria Piller (Mitglied des Vorstandes) zum Referentenentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG)
Als ambulanter/stationärer Pflegeanbieter betrachten wir die bekannt gewordenen Pläne zur Reform der Pflegeversicherung mit außerordentlicher Sorge. Während wir die Notwendigkeit einer langfristigen finanziellen Stabilisierung des Systems anerkennen, warnen wir eindringlich vor den fatalen Folgen der vorgeschlagenen Maßnahmen. Diese Reform geht nicht nur zulasten der Pflegebedürftigen, sondern gefährdet akut die pflegerische Infrastruktur und die Versorgungssicherheit in unserer Region.
Unsere Kritik und Bedenken begründen sich insbesondere auf folgenden Kernpunkt:
Risiken durch den Wegfall von Pflegegrad 1
Die geplante komplette Streichung des Entlastungsbetrags von 131 Euro bei Pflegegrad 1 entzieht uns als Anbieter wichtige präventive Arbeit im Bereich der Alltags- und Hauswirtschaftshilfe. Viel schwerwiegender ist jedoch der präventive Charakter, der hier zerstört wird: Durch diese frühen, niedrigschwelligen Hilfen konnten wir bisher verhindern, dass Klienten rapide abbauen und schnell in höhere, für das System teurere Pflegegrade rutschen. Fällt dieser Betrag weg, bricht für uns ein Kernsegment weg, und die Betroffenen werden völlig alleingelassen.
Maria Piller Mitglied des Vorstandes
LVHKP Sachsen-Anhalt e. V.