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09.05.2010 Alter: 2 Jahre
Kategorie: Presse Presse: Sonntagsnachrichten 09.05.2010: Transparenz in der PflegeZahlen und RealitätenMuss man selbst oder ein naher Angehöriger auf Grund einer Erkrankung gepflegt werden oder sogar ins Pflegeheim, stellt sich als erstes die Frage, wie gut ist der Service und die Kompetenz der Einrichtung oder des Pflegedienstes. Die beste Aussage ist immer die Mundpropaganda - doch auch sie ist subjektiv geprägt. Besser sind da die Kontrollberichte der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK). Die auf der Grundlage des 2008 in Kraft getretenen PflegeWeiterentwicklungsgesetz regelt die Durchführung von Qualitätsprüfungen in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen. Unter Berücksichtigung der dort festgeschriebenen Inhalte sowie der aktualisierten Prüfanleitungen erfolgen in den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen Qualitätsprüfungen durch die Pflegefachkräfte des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung. Diese nehmen die Einrichtungen unter die Lupe und bewerten sie mit Noten. Doch die Zahlen, die veröffentlicht werden, sind nur Richtwerte - keinesfalls stellen sie die Realität dar. Darum wächst der Widerstand gegen die Veröffentlichung solcher Pflegenoten - in erster Linie sollen die Menschen stehen. Mit 1,2 Millionen Menschen stellen Pflegekräfte und Schwestern die größte Berufsgruppe im deutschen Gesundheitswesen, sie bilden in Klinken, Krankenhäusern, Ambulanzen und Heimen das Rückgrat der Patientenversorgung. Dabei klaffen Anspruch und Realität in der Pflege seit Jahren immer drastischer auseinander, weil trotz Gesundheitsreform und Pflegeversicherung viele grundlegende Probleme des deutschen Gesundheitswesens ungelöst geblieben sind die Leidtragenden sind Patienten/Bewohner und ihre Pflegekräfte. Die tiefere Ursache liegt vornehmlich darin, dass Einnahmen und Rücklagen des Staates nicht mehr ausreichen, um den gewohnten Standard in vielen Bereichen bei Krankenhäusern, Kliniken und Pflegeheimen zu erhalten: Mit immer weniger Mitteln soll immer mehr geleistet werden. Vor diesem Hintergrund betrachtet, leisten die Mitarbeiter der Pflegedienste heute einen unermesslichen Beitrag bei der humanen Betreuung in Einrichtungen oder auch daheim. Einen Beitrag, der nicht zu katalogisieren ist in Transparenzberichten, Pflegedokumentationen und Qualitätsbescheinigungen. Nachwuchs wird in der Pflege dringend gebraucht und gesucht, doch genau das Gegenteil wird realisiert: Ausbildungsplätze werden abgebaut, Politik und die Kostenträger tun nichts oder zu wenig, um den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten. Doch genau hier sind die Ansatzpunkte für eine radikale Umkehr. Denn der Pflegeberuf ist ein Beruf mit Zukunft: Die demographische Entwicklung in Deutschland wird langfristig zu einer Überalterung der Gesellschaft führen. Ein Umdenken ist daher jetzt angesagt. Landesverband Hauskrankenpflege
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